mein erstes IGE-Rennen

 

 

Mein erster IGE Lauf.... ein Bericht.

 

Durch Manuels Berichte und seine unzähligen Pokale in den Regalen des Büros von SWT-Sports habe ich schon Einiges zum Thema IGE (Interessengemeinschaft Enduro) gehört. Doch selbst einmal mitfahren? Mit meiner dicken BMW? Nein lieber nicht. Doch dann ermutigte mich Manuel, man solle es einfach mal probieren. Zu verlieren gab es für mich ja nichts - zu gewinnen ehrlich gesagt beim ersten Mal aber auch nicht :-)

Nun gut, also meldete ich mich für die Klasse der Zweizylinder am Samstag an.

Hier gilt es in 2 Stunden so viele Runden wie möglich zu schaffen.

Klingt doch erstmal ganz gut. Aber wer die Strecke des MMC Schweinfurt - die "schwarze Pfütze" kennt - weiß, die hat es in sich. In der Regel kann man hier wie auch beim jährlichen Enduroboxer-Treffen, ein wenig frei wählen, doch das sollte den Sportlern nicht genügen. Der Verein schaffte es auf dem Gelände eine knapp 6 km lange, noch kniffligere Strecke abzustecken. Zwar gab es auch an den sehr harten Stellen Umfahrungen, welche dann in zusätzlicher Wegstrecke endeten, doch hieß dies nicht, dass nicht genügen Trial-Sektionen übrig blieben.

Die Strecke führte über Wege und Hindernisse, die wäre ich freiwillig nie gefahren. Doch was blieb mir jetzt anderes übrig?

Mit ca. 70 weiteren Fahrern erfolgte bis spätestens 15 Minuten vor Start die Aufstellung in der Startgasse, ansonsten konnte man sich schon die ersten Strafpunkte einfangen. Nervöser als die Strecke, welche ich mir zuvor ein wenig von den Zuschauerabschnitten aus anschaute, machten mich jedoch die anderen Fahrer mit denen ich mir die Strecke teilen musste. Nicht nur weil diese auf knapp 60kg leichteren Bikes unterwegs waren sondern auch Platzierungen und Punkte im Sinn hatten. Getreu dem Motto "nach mir die Sintflut" wahrscheinlich :-)

Jetzt tickten die Sekunden, die Schiedsrichter zählten 10...5.....Start, innerhalb einer Sekunde starteten die Motoren und die Enduros flogen aus den Boxen als gäbe es kein Morgen mehr. Auch Manuel Schad, von dem ich hier aber nichts anderes als professionelles Fahren mit Chancen auf Sieg erwartete war sofort mit seiner höllischen, umgebauten R 75/6 verschwunden.

Auf cool gespielt schloss ich mich sofort dem Tross an. Es ging um 2 Kurven, weiter auf der Hauptstrecke, durch die Betonröhre, in die Trialstrecke. Zunächst über Felsstücke (lief erstaunlich easy), dann Baumstämme, über stehende Traktoren-Reifen, zick-zack um Felsen, die Treppe hinauf, dann ein paar schotterige steile Abfahrten und Auffahrten. Jetzt kamen quer zur Strecke laufende, sehr steile Trails bergab, bevor es nach ein paar Kurven kurz durch die Kinderstrecke und dann hinaus auf die Wiese ging. Wieder zurück auf dem eigentlichen Gelände sofort hinunter in den Steinbruch, durch die beiden Container, hinauf auf ein schmales aber heftiges Waschbrett, von welchem ich mich in Runde 4 wegen zu hohem Tempo querab in die Böschung katapultierte. Dank der super Streckenposten gelang es dann auch die Kopf tief liegende und in Dornen steckende BMW wieder aufzurichten und ich konnte meine Fahrt fortsetzen.

Über Gitter, wieder Reifen, welche ebenfalls die volle Leistung meiner 48er WP Gabel forderten nochmals auf eine längere Wiesenpassage um dann im Zieleinlauf in einer Zählstelle den ausgegebenen Chip an einen Scanner zu halten und in die nächste Runde zu starten.

Mit 6 Runden in 1 Stunde und 57 Minuten schätzte ich mich zunächst unterirdisch schlecht ein, denn einen Schnitt von 16-18 km/h habe selbst ich noch nicht geschafft :-)

Trotz Platz 9 von 10 konnte ich dann doch am Ende ein wenig stolz auf mich sein. Nicht nur die 2 Stunden dieses doch wirklich harte Enduro-Erlebnis durchgehalten zu haben, sondern auch zu wissen, das selbst der 1. Platz mit 10 Runden nicht soooo viel öfters im Kreis fuhr als ich.

Auch immer wieder von kleinen Zuschauergruppen Beifall im Vorbeifahren zu ernten, weil man sich mit der Dicken der Herausforderung stellt, baut wirklich auf.

 

 

Ein tolles Erlebnis, und nächstes Jahr wieder auf einer der vielen Strecken der IGE Deutschland dabei.

onboard-Video eines Teilnehmers