Kiwis, Berge, Strände und tolles Essen

 

Wir können es immer noch nicht fassen, dass die 3 Wochen Urlaub schon wieder vorbei sein sollen. Zu viele tolle Eindrücke und Impressionen die diese Reise hinterlassen hat. Eine Motorradreise an den wahrscheinlich schönsten Fleck der Erde - Neuseeland.

 

Dieses landschaftlich abwechslungsreiche Paradies hat nur einen Haken…es liegt am anderen Ende der Welt, down under.

 

Schon seit vielen Jahren schwirrte der Gedanke immer mal wieder in meinem Kopf herum, die Heimat der Kiwis zu besuchen, am liebsten mit dem Motorrad. Allerdings lässt sich solch eine Urlaub nicht mal eben wie eine Rundfahrt durch Südtirol durchführen. Weder zeitlich noch finanziell. So begannen wir im Winter 2016/2017 mit der Planung. Überlegten uns was wir sehen wollen. Klärten verfügbaren Urlaub am Arbeitsplatz und machten uns auf Recherche im Internet. Wie lange fliegt man? Was kostet so ein Flug? Nehmen wir die eigene  Bikes mit oder mieten wir uns vor Ort welche? Hotel oder Zelt? Alles alleine planen oder jemanden nehmen der sich damit auskennt?

 

All diese Fragen, der leider nur 3,5 Wochen maximale Urlaub sowie der Wunsch nach Erholung  statt Abenteuerreise führten letztendlich zu einem Urlaub mit Mietmotorrad von „KIWI Motorcycle Rentals“ so wie einer für die kurze Reise-Zeit perfekt geplanten 4.700km langen Strecke und den dazugehörigen Unterkünften. Alles geplant und organisiert durch Pascale Burbacher von „MoVe-Motorradreisen“.

 

Ja ok, "Weicheier" werden sich viele denken. Aber es gab einfach zu viel zu sehen und eine berufliche Auszeit war einfach nicht drin. Vielleicht dann für einen weiteren Neuseeland-Trip in ein paar Jahren….aber lest selbst…

 

Nachdem die Reiseplanung nun feststand und wir nur noch ein 3/4 Jahr warten mussten bis es endlich so weit war, hatten wir genügend Zeit Gedanken um unser Gepäck zu machen. Also fingen wir eine Woche vor Abflug mit dem Probepacken an :-)

30kg Freigepäck pro Person plus 7kg Handgepäck sollte ja wohl zu schaffen sein. Unsere 2 Helme in den Hartschalenkoffer, eine Reisetasche für die Motorradstiefel und Hosen, Handschuhe und Nierengurt sowie Wäsche für eine Woche pro Nase füllten die Koffer. Hier und da noch ein wenig Zubehör wie GoPro und Drohne und fertig. Wie wir in den kommenden Wochen erfahren mussten, hätten es

3 T-Shirts, 3 Paar Socken und Unterwäsche sowie eine lange und eine kurze Hose ebenfalls getan. So viele Waschmöglichkeiten in den tollen Unterkünften hatten wir nun doch nicht erwartet. 

 

Wir wussten, dass die Anreise in einem Tag nicht zu absolvieren war. Also suchten wir uns die mit 36 Stunden kürzeste Verbindung von Haustür zu Haustür heraus.

Na das fing ja gut an…am Flughafen angekommen erblickten wir auf der Anzeigetafel das von gefühlten 1.000 Flügen an diesem Abend  explizit an unserem ein Delay angeschlagen war….warum auch nicht, die eine Stunde mehr oder weniger. Beim Check-In mal lieb nachgefragt, bekamen wir dann auch prompt für den ersten 6:30 Stunden Flug nach Dubai Sitzplätze mit Beinfreiheit an der Tür… klappte für den Anschlussflug Dubai - Auckland mit 16:40 Flugzeit dann leider nicht mehr.

Gut ausgeschlafen, den Tag mit einem herrlichen Frühstück im Strandcafé startend freuten wir uns nun endlich auf die Motorräder. Wieder per Shuttle am Hotel aufgesammelt brachte uns dieser zu Allens Garage um dort eine BMW F700Gs so wie die größere 800er in Empfang zu nehmen. Diese beiden bayerischen Zweiräder sollten uns nun die kommenden 4.500km über die Nord- und Südinsel bringen. Die ersten dunklen Wolken ließen direkt die Angst wachsen, den urlaub in Regenkombi starten zu müssen. Allerdings hatte der Wettergott noch ein wenig Nachsicht mit uns und gab uns viel Sonne und 27 Grad mit auf den Weg. Noch zumindest.

 

 

Ein wiederholter Tip an den Linksverkehr zu denken, speziell nach Pausen auf Parkplätzen und an Tankstellen und los ging die Reise. Es dauerte nur wenige Minuten, dann fühlte man sich zumindest als einspuriges Fahrzeug schnell sicher auf den Strassen Neuseelands. Dies war allerdings auch den wirklich entspannten autofahrenden Kiwis zu verdanken welche es im Verkehr geruhsamer und rücksichtsvoller angehen lassen.

 

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Auf den ersten Kilometern bereits gab die Insel ihr Bestes uns mit wundervoller Landschaft, unzähligen Tieren auf riesigen Weiden und satten Farben zu beeindrucken. Ich würde behaupten wir starteten in der Kulisse Schottlands, gemischt mit amerikanischem Flair der Orte und Strassen. 

 

Da wir die Route bereits vorab im Roadbook top beschrieben hatten, erstellte ich mir daheim einen Track fürs Navi und führte uns so von Ziel zu Ziel. Noch bevor das erste Ziel im Norden der Insel erreicht wurde, hieß es 2x an schönen aber leeren Stränden Motor aus und Badesachen an. Ja das gefällt. Biken, Baden, lecker Kaffee. Ach ja, selbst auf Wünsche wie Offroad ging man beim Veranstalter ein und bot uns direkt am ersten Tag diese Option. Die letzten knappen 20km des Tages nahmen wir dann über die Old Russell Road, einer Waldstrasse aus feinem Schotter/Sandgemisch. 

 

Müde und völlig begeistert fielen wir den ersten Abend früh in die Betten des Duke of Marlborough. Ein feines Hotel in Russelll, unserem ersten Stop der Tour. Der folgende freie Tag startete mit einem Frühstück mit Meerblick, eine 3 stündigen Bootstour durch die Bay of Islands inklusive Delfinen und Sonnenbrand auf meinem lichten Haupte. Da hab ich wohl im Fahrtwind auf  hoher See die Kraft der Sonne direkt mal unterschätzt.

In dieser Bucht liegt auch Paihia. Hier kann man in einem Besucherzentrum auf den „Treaty Grounds“ den historischen Ort der Vertragsunterzeichnung zwischen den Maori, den Ureinwohnern und den europäischen Siedlern besichtigen und die ersten Eindrücke der Maori-Kultur sammeln.

 

„oh das schaut gut aus“ meinte ich, während wir auf die kleine Fähre für die 4km Überfahrt zurück nach Russell warteten. Im Craft Beer Kitchen CBK trafen wir nicht nur den bisher nettesten Kellner der Welt sondern merkten schnell, das Craft Beer in Neuseeland der letzte Schrei ist. Prima, das taugt mir doch schon.

 

Aufgrund der unbefestigten Strassenvariante vorab begann der neue Fahrtag mit einem kleinen Schlenker über Kawakawa. (Ja die Orte klingen jetzt alle so, ist aber korrekt). Was es in dem kleinen Kawakawa zu sehen gibt? Die öffentliche Hundertwasser-Toilette. Gute Frage was den Künstler mit diesem Örtchen verbindet.

Viele Kilometer wunderbares Weideland und grüne Hügel mit Landwirtschaft l führten nach einer Kurve plötzlich  in Opononi zu einer überraschenden Wende des Landschaftsbildes. Eine riesige Sanddüne, tiefblaues Wasser und knallgrüner Wald, alles auf einmal….und nein, ich habe das Foto extra nicht bearbeitet. Die Farben dort sind wirklich so intensiv.

 Es folgte kurz darauf die nächste Überraschung, der Kauri-Forest. Ein blickdichter Tropenwald, gespickt mit verschiedenen Farnen, Palmen und Bäumen. ca 25km schmale und kurvigste Landstrasse führte uns durch diesen grünen Tunnel. Wie von einer Tapete umsäumte Strasse und jede kleine Kurve eine riesige Freude. Nur kurz von einem Parkplatz unterbrochen nutzten wir die Lichtung im Wald um abzusteigen und den

Tane Mahuta, einen 2.000 Jahre alten Baum zu bestaunen. Nach einem kurzen Stichweg über eine Art Schuhwaschstrasse, trohnt dieser 55m Hohe Baum majestätisch im Urwald. Ehrfürchtig vor solchen Naturwundern passten die besinnlichen Worte eines Maori behutsamer mit diesem Planeten und seinen Geschöpfen umzugehen. Tief beeindruckt und kurz auf den den moralischen Boden der Tatsachen zurückgeholt, ließen uns den wirklich besten Kaffee im Wald schmecken und machten uns wieder auf Kurvenjagd.

Der heutige Tag hatte es Kilometertechnisch in sich und so tauchte die abendliche Sonne langsam die grünen Küstenhügel in rötliches Licht…ein Traum. Ich konnte mich nie entscheiden zwischen Fahren und Fotografieren und schauen.

 

Ich erwähnte ja bereits das der Wettergott „noch“ erbarmen mit uns hatte. Am Abend begann zunächst der wind stark aufzufrischen, sogar leicht stürmisch zu werden. Den Spaziergang am leeren Strand von Orewa ließen wir uns dennoch nicht entgehen. Statt Essen gehen war Selbstversorgung angesagt. Auf zum nächsten Supermarkt und einen kleinen Stop im Liqour Store eingelegt. Wer sich abends mal ein Bierchen gönnen möchte muss dies nämlich in eigens dem Jugendschutz dienenden Alkohol-Fachgeschäfte besorgen. Aber auch diese gibt es wie Sand am Meer.

 

Kühl und Frisch mussten wir nun immer weiter südwärts. Das erste, letzte und auch einzig mögliche Mal Autobahn zu fahren, bot sich auf dem Highway 1 durch Auckland. Mit einem tollen Blick von der Auckland Harbour Bridge auf Skyline und Hafen, verließen wir nach 65km die Blechlawine und folgten wieder nahezu unbefahrenen Strassen gen Ostküste. Erst wieder grüne Hügel, dann folgten große weite, salzig duftende Ebenen in der Bay of Thames.

Hier konnte man Montags schon sehen wer Sonntags zum Kaffee kommt. Friesen dürften sich hier heimisch fühlen.

„Dahinten, die Berge auf der anderen Seite der Bucht, da müssen wir nachher rüber“ erfuhr Sabrina von mir über die Bluetooth Verbindung. „Da wird´s dann evtl. noch ein bisschen kühler. Aber vorher obligatorischer Kaffeestop“.

Also der Kaffee in NZ war wirklich gut. Normaler Kaffee mit Milch hießt hier „flat white“.

Bevor wir die ersten Berge unserer Tour erklimmen durften, schlängelte sich die Route die gegenüberliegende Seite der Bucht wieder nordwärts Richtung Coromandel. Der vergangenen Tropensturm vor 2 Wochen setzte der Küste gut zu, so dass die direkt am Wasser gelegene Strasse in unzähligen Baustellen wieder instand gesetzt werden musste. Aber selbst jeder Bauarbeiter grüßt und wird gegrüßt. Einfach entspannt und freundlich die Kiwis. Ob es daran liegt das alle kopfüber leben?

Pünktlich zum einsetzenden Regen erreichten wir Whitianga an der Ostküste. Hier hatten wir nicht nur die grandioseste Unterkunft mit eigener Garage unter dem Apartment, sondern trafen auch auf ein paar norwegische Biker die am Ende ihre Reise standen und uns von ihrem Erlebnis mit dem kürzlichen Tropensturm berichteten. „Na da haben wir ja noch Glück gehabt. Dann lieber nur Regen wie es für die kommenden Tage vorausgesagt ist“. 

 Auf Empfehlung der Rezeptionistin ließen wir uns dann im Squids lokales Seafood und den guten Weißwein schmecken. 

Als hätten wir es am Vorabend nicht schon in der Wetter-app gesehen begrüßte uns am Morgen frische Luft, dunkle Wolken und immer wieder Regen. Der Küste weiter folgend, allerdings ohne in Tauranga den ersten Vulkankegel zu besichtigen, erreichten wir am Abend mit gemischten Gefühlen  Matamata.

Die gute Nachricht zuerst: David Jobe, welcher auf dem Hinflug neben mir im Flugzeug saß , lud uns zu sich zum BBQ ein. Nur 5 Minuten vom Hotel entfernt wohnend, empfing er uns mit seiner Frau und einem Bekannten um, wie er sagte „to proof us the hospitality of New Zealand and the Kiwis“. Und er hat nicht zu viel versprochen.

Unglaublich freundlich, gut gelaunt und uns kulinarisch umsorgend verschönerten die Jobes und diesen Abend.

Dies ließ auch die schlechte Nachricht für ein paar Stunden verschwinden: Regen am nächsten Tag, und zwar richtig. Obwohl wir doch eine Führung in Hobbiton durch das Auenland, der Heimat der Hobbits aus den Herr der Ringe Filmen gebucht haben. Trotz Schirm, Sinnflut artigem Regen und daraus resultierender nasser Unterwäsche war der Besuch dennoch sehr lohnenswert. Wirklich wie im Film. Im Vergleich zu den noch folgenden Drehorten, welche sich verteilt über Nord- und Südinsel finden lassen, kann man hier wirklich sagen, dass es genau so wie im Film ausschaut.

 

Kleiner Exkurs für LOTR-Fans: Bei seiner Suche nach einem passenden Ort für das Auenland, entdeckte Regisseur Peter Jackson diese 1600ha große Schaffarm der Familie Alexander vom Flugzeug aus. Zunächst für den Herrn der Ringe Dreiteiler nur aus Pappe und Kunststoff gebaute Kulissen wurden nach dem Ende der Dreharbeiten wieder rückstandslos entfernt. Als dann aber 10 Jahre später die Hobbit Trilogie gedreht werden sollte, war klar wo das Auenland entstünde. Wieder genau hier, nur dieses Mal für die Ewigkeit. Um das ganze Bau-Material und nötige LKW dorthin zu bekommen musste extra eine Strasse als Ersatz für den Feldweg gebaut werden. Die finanziellen Mittel standen weder der Produktion noch der Politik zur Verfügung. Eine Anfrage bei der Army ergab dann den Strassenbau durch das Militär. Dafür spielten die fleißigen Soldaten dann im Film die Armee der Ork-Krieger.

Mit einer geführten Tour von 1,5 stunden vor Ort und vielen tollen Details ein echtes muss für Fans.

 

 

Komplett durchnässt bot sich jetzt trotz der milden Temperaturen der zum Motel gehörende Spa im verschließbaren Separee an….perfekter Abschluss eines nassen aber tollen Tages bevor wir am Abend Dave´s Einladung zum BBQ folgten. 

 

Wir wären ja keine echten Biker wenn wir dem Wetter nicht trotzen würden. Und so blieb uns auch nichts weiter übrig, als wieder in die Regensachen zu schlüpfen und den folgenden Fahrtag Richtung Lake Taupo gut verpackt zu starten. Unsere leichte Enttäuschung über die noch nicht wirklich geglückte Bereicherung an Maori-Kulturgut, veranlasste uns zu einem Stop in Rotorua.

Te Puia, so der Name des geothermischen Gebietes, welches nicht nur mit schwefeliger Luft, braunen Blubberblasen und Geysiren auf sich warten ließ, sondern auch mit dem nur in Neuseeland lebenden Kiwi und einigen Ausstellungsstücken der Ureinwohner. Warm genug war es ja, zu warm um in voller Montur das offene Gelände abzulaufen. Daher trotz Regenschauern erstmal wieder entkleiden, Regenjacke übern Arm geworfen und für 48$NZD pro Person hereinspaziert.

Für knappe 30€ Eintritt (Wechselkurs 1€=1,69NZD) waren wir ein wenig enttäuscht. Der Geysir wollte nicht so spucken wie er sonst wohl täte, die Kiwis haben sich selbst in ihrem abgedunkelten Terrarium nicht blicken lassen und für eine Maori-Vorführung wäre noch ein extra Eintritt fällig gewesen. Nun gut, ein Boot, Tempel und ein wenig Handwerkskunst gab es dennoch zu bestaunen. Bestimmt gibt es noch woanders die Möglichkeit, Verpasstes zu entdecken.

 

Finally, am Lake Taupo angekommen, überraschte uns dieser doch kleine Ort mit viel Trubel und einem ordentlichen Nachtleben. Unzählige Kneipen, Bars und Restaurants locken hier junge Leute aus der Region an den schönen Lake Taupo mit Blick auf die umgebende Vulkanregion. Rafting und Hubschrauberrundflüge so wie Wandergebiete laden hier zu weiteren Freizeitaktivitäten ein.

 

 

 

Ein wenig trockener verlief der nächste Tag nach Stratford. Die immer noch tiefen Wolken, welche eigentlich hier im Sommer nichts verloren haben, verboten die Aussicht auf die Vulkane im Tongario Nationalpark. Diesen optischen Verlust wusste der „Forgotten World Highway2 jedoch mit seinen schmalen Kurven, den von mir so geliebten kleinen Hügeln und einem schnuckeligen Kaffee-Stop im

Lavender-Farm Café auszugleichen. Allerdings sollte man vor dieser recht einsamen langen Etappe in Taumaranui unbedingt volltanken. Aber auch diese wichtige Information stellte uns Pascale in ihrem  super Roadbook vor Fahrtantritt zur Verfügung.

Bringt man genug Zeit für diese Tagesetappe mit, lässt sich hier auf umgebauten Golfcarts die alte Eisenbahntrasse entlang fahren.

 

Am Ende des Tages lockte unweit des Hotels der Mount Taranaki. Schaut man sich diesen Vulkan auf dem Satellitenbild an, wirkt er künstlich. Wie mit dem Zirkel gezogen liegt dieser Vulkan in einer weiten offenen Ebene an der Westküste. Auch hier fehlte allerdings das Sommerwetter um den ganzen Berg statt nur waldigen Hügel sehen zu können. Schade. 

 

Die Nacht führte nach 3 Tagen Regen fast zu Depressionen als bis in die frühen Morgenstunden unter tosendem Grollen der Regen in Weltuntergangsstimmung an die Scheiben schlug. „Das darf doch wohl nicht wahr sein“ entfloh es meiner Holden die sich fast eine Träne verkneifen musste. Vielleicht war es genau dieser Seufzer der zu Fahrtbeginn für Besserung sorgte und uns trockenen Fußes die Hauptstadt Wellington erreichen ließ. Schnell verließen wir den dunklen Himmel südwärts um nach knapp 50km schlagartig auf Sommeroutfit wechselnd bei Mitte 20 Grad weiterfahren zu dürfen.

So sollte es sein. Lange führte uns der SH1 die Westküste hinab. In Foxton Beach lohnte seit tagen wieder ein Badestop um mit Absicht naß zu werden. Blick nach links..Strand bis zum Horizont. Blick nach recht…Strand bis zum Horizont…und außer uns 2 Leute…Wahnsinn.

Die Hafenstadt an Südzipfel der Nordinsel ist sogleich Umsetzpunkt auf die Südinsel per Autofähre. Doch übereilen wollten wir auch nichts, so ließen wir uns zunächst 2 Tage in Wellington nieder. Diese Stadt, welche übrigens wie alle anderen Städte in NZ sehr sauber und ordentlich wirkt, hat viel zu bieten. Neben dem wirklich lohnenswerten Zoo (24$NZD pro Person, top), in welchem man nicht nur Pinguine sondern auch definitiv den Kiwi und hautnah Emus uns Kängurus zu Gesicht bekommt, bietet de Promenade mit Stadtstrand, das Cable-Car auf die Hügel der Stadt, ein Ausflug in die Weta-Filmstudios (Herr der Ringe u.v.a.) sowie die architektonische Mischung aus Moderne und Vergangenheit für jeden Geschmack das passende.

 

 

Mittlerweile war knapp die Hälfte unseres Urlaubes vorbei und aus den früheren Gedanken wie „wow, 3 Wochen lang jeden Tag hier Motorradfahren und Landschaft genießen“ wurde ein „oh man, schon halb rum?“

Bisher waren wir über die geschätzten 5 Motorradfahrer erstaunt. So wenige? Stimmt das? Die Südinsel scheint für viele Motorradfahrer die interessantere zu sein. Ich bin allerdings bis heute unentschlossen,welche der beiden Inseln mir besser gefällt. So kam es, dass am Morgen der Fährüberfahrt sich so mancher Biker am Hafen in die Schlange der Wohnmobile einreite um mit der 3-Stündigen Überfahrt auf die andere Landeshälfte zu wechseln. Speziell Einheimische die in einer Gruppe zu ein paar Tagen Offroad unterwegs waren gesellten sich zu uns. Die Südinsel soll sich hierzu besonders eignen. An Bord trafen wir dann zum ersten Mal auch auf Jürgen und Heinz, 2 Brüder, welche sich ebenfalls bei MoVe eine Rundreise ausarbeiten ließen. Gleichermaßen begeistert von der Organisation kamen wir noch an diversen weiteren Tagen mit ihnen ins Gespräch, denn ab hier überlappten sich unsere Routen meist.

An dieser Stelle besten Gruß und danke für die netten Benzingespräche :-)

 

Doch zurück zur Fährfahrt. Wer schon einmal den Ärmelkanal per Fähre überquert hat oder in die Skandinavischen Länder per Seeweg mit dem Fahrzeug übergesetzt hat, kennt das Spiel. Moppeds im Bauch der Fähre gescheit verzurren, alle wichtigen Sachen packen und dann hinauf aufs Besucherdeck, denn das Fahrzeugdeck ist für die Überfahrt für Personen tabu. Flink ergatterten wir uns 2 der wenigen Sitzplätze auf dem offenen Oberdeck. Denn von den 3 Stunden Fährfahrt verläuft knapp die Hälfte durch die wundervollen Marlborough Sounds, einer Fjord-Landschaft welche die Nordspitze der Südinsel bildet und den Zielhafen Picton beherbergt. Gegen Mittag starteten wir die beiden 2 Zylinder wieder und kurvten via Havelock, der Hauptstadt der Green Lip Muscheln, entlang des Queen Charlotte Drive durch atemberaubende Fjorde. Auf Höhe Nelson wechselte die Bucht optisch wieder zu großen, offenen Flächen. Die gerade herrschende Ebbe bockte die vielen kleinen Sportboote und Fischkutter auf dem steinigen Meeresboden der Bucht auf. 

Noch wenige Kilometer bis zu unserem heutigen Ziel, dem beschaulichen Ort Marahau zu Füßen des Abal Tasman National Park.

Namensvetter des Parks und vieler anderer geographischer Orte im pazifischen Raum war der besagte Abel Tasman , ein niederländischer Seefahrer und erster Europäer in diesem Paradies.

 

Aber Neuseeland wäre ja nicht Neuseeland, wenn es nicht wieder stetig wechselnde Flora für uns in petto hätte. Nach Fjorden und weiten Buchten präsentierte sich die Gegend kurzerhand mit Obst-, Wein und Hopfenplantagen. Sofort fühlte ich mich in die Gegend zwischen Reschensee und Meran versetzt, wenn man bei milden Temperaturen, umgeben von Höhenzügen durch die weiten Apfelplantagen fährt.

 

 

Hätten wir allerdings gewusst, das in Marahau, am Ende dieser Sackgasse in dem kleinen Dorfladen eine Flasche Wasser 5$ kostet, so hätten wir 15km zuvor ein wenig eingekauft. Ja, Lebensmittel sind teuer in NZ, wenn auch nicht immer gleich so übertrieben. 

Den ersten Abend selbstversorgt, stand für den freien Tag drauf ein Spaziergang im Nationalpark, gefolgt von ein paar Stunden Baden und Sonnen mit Dinner im Park Café bei live Musik an.

Auch der Strand von Marahau ließ wieder keine Wünsche offen. Leer, sauber, warmes blaues Wasser und heller weicher Sand, dazu die tiefgrüne Kulisse des Nationalparks. Einfach unglaublich diese Natur dort. Wassertaxi, Kajak-Touren oder richtige Wanderungen wären hier noch die Alternativen um den Tag herum zu bekommen. Oder einfach nichts tun, funktioniert hier auch hervorragend.

Noch nie zuvor hab ich diese Art der Eiszubereitung gesehen. hier wird Sahneeis mit tiefgefrorenen Früchten durch einen Fleischwolf gedreht und am Ende kommt leckeres fruchtiges Eis heraus…super.

 

Gegen 22:00 Uhr wurde es draussen laut vorm Hotel und ich entdeckte durchs Fenster die Lampen eines landenden Hubschraubers. Weder Sirene noch Blaulicht zuvor hörend, dachten wir uns einen kleinen lauen Nachtspaziergang mit der suche nach dem gelandeten Hubschrauber zu kombinieren. Den Hubschrauber konnten wir nur im Wald hören aber nirgends entdecken.Dafür bot sich uns ein wahrlich lohnenswerteres Naturschauspiel. Ein vollgepackter Sternenhimmel wie wir ihn noch nie zuvor gesehen haben. Ich hoffe das Foto lässt es zumindest erahnen. Der Hubschrauber war natürlich sofort uninteressant, selbst für mich :-)

Wieder gut erholt, wollten wir am Abend die Pancake Rocks bei Punakaiki erreichen. Um dort hin zu gelangen, folgten wir zunächst dem kurvigen Buller River durch lange Schluchten, stießen an dessen Ende plötzlich bei Westport auf eine offene Küstenebene mit weiten Weideflächen. Knapp südlich Westport legten wir einen Stop bei Cape Foulwind ein um die dort lebende Robbenkolonie beobachten zu können. Auch wenn der Strand hier aus feinem dunkelgrauen Stein bestand und die See rauher war, entlockte auch dieser Abschnitt uns wieder ein ehrliches „wow ist das schön hier“.

Die raue See setzte sich über die gesamte Strecke nach Punakaiki fort.  Entlang der direkt am Meer verlaufenden Strasse tosende Wellen zur Rechten und steile Felshängen mit Palmen zu unserer linken Seite.

Der verbesserungswürdige Hinweis „No fuel for the next 90km“ hätte gerne noch auf die nächste Tankstelle hinweisen können welche allerdings schon einige Kilometer hinter uns lag - in Westport.

 

Wichtiger Input für die Westküste der Südinsel. Es gibt 4 Tankstelle auf 417km, mehr nicht. Westport, Greymouth, Hokitika und Haast. Nur hier gibts Happa Happa fürs Bike. 

Erinnert ihr Euch noch an die Norweger und deren Sturm-Story? Ja? Hier spielte sich diese wohl ab. Unsere Lodge für die Nacht in Punakaiki überlebte diesen Sturm zum Glück, wenn auch knapp. Die Besitzerin bot direkt mit schlechtem Gewissen die Storno-Möglichkeit an. Die Sturmflut hatte ihr den ganzen Grund überschwemmt.Aber die Lodges standen ein wenig erhöht, so dass das Wasser genau bis zu Türkante kletterte und die Unterkünfte verschonte.  So nett wie wir waren (:-)) drückten wir nochmal ein Auge zu und konnten die fehlenden Blumen verkraften. Nein, Spaß bei Seite, war wirklich nicht der Rede wert. 

Nur knappe 500m Fußweg trennten uns noch von den Pancake Rocks. Nun, sagen wir besser Fußmarsch, denn auch der Fußweg so wie die rechte Fahrspur lagen in Form vieler Brocken ein paar Meter weiter unten im Meer. So führte uns ein Bauzaun im Einbahnstrassenprinzip bergauf Richtung Sehenswürdigkeit. 

 

Unglaublich das nur hier das Meer in der Lage ist, Steinformationen über viele Jahre so exakt auszuwaschen. 

4 Tage schafften wir es bisher trocken von A nach B zu kommen, muss dann aber auch reichen, oder? So begann die Nacht mit heftigem Regen und Gewitter und der nächste Morgen wieder mit dem Überziehen der Regenkombi. Knapp 10km kamen wir voran, dann verriet eine Autoschlange das Ausmaß der nächtlichen Wassermassen. Eine Schlammlawine hatte vor uns Bäume und Erdmassen aus den Bergen mit gen Küste gerissen. Allerdings waren fleißige Arbeiter schon bei den nötigen Aufräumarbeiten und so war nach knapp 45 Minuten die Weiterfahrt möglich. In Greymouth war sowohl tanken wie auch frühstücken dringend nötig.

Hokitika präsentierte sich endlich wieder warm und sonnig. Den Zwischenhalt verknüpften wir mit der Besichtigung eines Jade-Stein Ladens mit eigener Werkstatt. Dieser grüne Stein ist neben der  blau bunten Paua Muschel der wohl am häufigsten zu Schmuck verarbeitete Rohstoff in NZ.

Viele Kilometer Küstenstrasse leiteten uns im weiteren Verlauf  wieder in die Berge bis zum Fox Glacier in der Nähe des Mount Cook.

 

Märchenhafte Sonnenuntergangsstimmung begrüßte uns pünktlich zur Ankunft, musikalisch untermalt von den Rotoren der Rundflug-Hubschrauber, welche hier Touristen im 5-Minutentakt zum Gletscher und zurück fliegen. 

Für einen Tierfreund wie Sabrina waren die Abendsonne genießenden Kälber auf den Weiden rund um Fox Glacier natürlich ein weiteres Erlebnis.

Über einen Stop zwecks zweitem Frühstückssnack an der Lachs-Farm rollten unsere BMW am Folgetag Richtung Haast, dem letzten Tankstop vor dem Haast Pass.Allerdings muss man sich die Pässe in NZ eher wie einen höhergelegenen Verbinder vorstellen (z.B. Reschenpass) an Stelle eines Passes a lá Stilfser Joch mit Serpentinen.

Fehlende Spitzkehren wusste dieses Land aber mit einem bereits bekannten Trick gut wett zu machen. Aus einer Landschaft mach zwei. Und so folgten nach ca. 90km waldiger frischer Gebirgszüge plötzlich braune Berge, Sonnenschein und das türkis-blaues Wasser des Lake Wanaka, übergehend in knappe 2 Stunden Fahrt durch Steppe.

Kurz vor Queenstown frischte der Wind in den Tälern trotz tollem Sonnenschein so auf, dass es uns fast vom Bock bließ. Selbst PKW hatten bei Tempo 80 entsprechend zu kämpfen.

Queenstown? Das ist also die sagenumwobene Outdoor Action Metropole der Kiwis? Haben wir uns irgendwie größer vorgestellt. Klein aber fein. Und outdoor Action findet ja meist im Umland statt. Zum Beispiel auf den 3 Bungee-Anlagen, den Mountainbike- und Downhill Tracks, Wassersport, Wandern, Dampfschifffahrt uvm.

Ein Bungeesprung stand bereits vor der Reise auf Sabrinas To-do Liste. So musste auch dies von ihr unter meiner Hochachtung absolviert werden. Ich habe lieber mit der Kamera drauf gehalten :-)

Wir sprachen ja bereits über die diversen Herr der Ringe Drehorte im ganzen Land, so nun auch hier wieder manch sehenswertes Fleckchen Erde. Die Filmschauplätze Helms Klam, Isengard, der Wald der Baumbarte etc…all diese Szenen wurden größtenteils nördlich Queenstown zu Füßen der Misty Mountains gedreht. Wir starten also an unserem freien Tag die Küstenstrasse an der Ostflanke des Lake Wakatipu gen Norden, um in Glenorchy für knapp 15km den Asphalt gegen Schotter zu tauschen. Auf unbefestigten Wegen, diverse Wasserfurten durchquerend gelangt man so per Motorrad oder robustem PKW in die herrliche Kulisse aus Wäldern, großen Bergen und Gletschern am Ende der Welt.

 

Eine unsererseits (finanziell) sich weniger lohnende Touristen-Attraktion ist eine 4x4 Tour mit Hobbit-Picknick. Als wir diese Gruppe in einem Waldstück passierten wirkte es eher gewollt statt gekonnt, aber das ist wohl Geschmacksache. 

Neuseeland hat jedoch noch viele weitere „must-sees“ auf dem Programm. So zum Beispiel die eindrucksvollen Milford Sounds. Der südlichste Westen ist geprägt von unzähligen Bergen und Fjorden welche nur spärlich mit Strassen durchzogen sind. Eine dieser Strassen führt von Te Anau startend über 120km, vorbei an den Mirror Lakes, entlang massiver Felswände, ins Gebirge. Nach dem eine Bergspitze durchbohrenden Homer-Tunnel warteten am anderen Ende 3 Keas auf uns und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Diese hochintelligenten und neugierigen grün-roten Vögel  lieben nicht nur alle Arten von Gummi (wie Autoantennen, Fensterdichtungen oder Motorradsitzbänke) sondern wissen sich auch gekonnt für Kameras in Szene zu setzen. Noch ein paar Kilometer von hier an gen Tal, erstreckt sich am Endpunkt der Strasse plötzlich der Fjord der Milford Sounds. Von hier aus lässt sich die Gegend dann nur noch per Hubschrauber, zu Fuß oder mit dem Ausflugsboot erkunden. Erstaunlich milde Temperaturen und glasklares Wasser laden sowohl zur wohlverdienten Pause als auch zu möglichen Tauchgängen ein. Die Chancen auf Sonnenschein sind wohl eher gering wie wir erfuhren. Wenn dann aber umso schöner.

 

Diese Tour kommt mit 240km alleine Hin-und Rückweg aber einer Tagesetappe gleich und sollte dementsprechend mit freiem Tag oder gut gewählten Unterkünften in Angriff genommen werden. Alternativ zum Milford Sound lassen sich auch die Doubtful Sounds mit dem Boot befahren. Hier besteht die Möglichkeit Pinguine und Delfine zu beobachten.

 

Nebenbei sei kur erwähnt das alle von uns gefahrenen Routen ebenfalls genauso gut mit dem Camper gefahren werden können. Hier erübrigt sich die explizite Vorauswahl der Unterkünfte natürlich. 

Nach 2 Tagen in Te Anau wartete eine längere Tagesetappe auf uns. 350km entlang der Südspitze via Invercargill nach Dunedin. Die Berge verlassend, begleiten uns eher seichte Hügel entlang der Route. Ein erster Stop lohnt sich an der längsten Hängebrücke des Landes, der Clifden Bridge. "Wenn die Brücke schon nach der Stadt benannt ist zu der sie führt, gibt es dort bestimmt auch eine Tankstelle" vermutete ich. Weit gefehlt. Lediglich 2 bis 3 Häuser geben dieser „Stadt“ den Namen. Hätte ich mal besser in Te Anau vor Fahrtbeginn vollgetankt. Irgendwann erblickten wir dann doch noch einen größeren Ort in welchem unsere Motorräder ihren Durst stillen konnten.

 

Bis dato hatten wir noch keinen  Pinguin erblickt, so entschlossen wir uns bereits Tage zuvor, in Dunedin zunächst unser Hotel aufzusuchen um anschließend an einer bereits gebuchten Führung im Penguin Place teilzunehmen. Alleine die ca. 30km lange Fahrt aus der Hafenstadt hinaus, entlang der windigen Küstenstrasse auf Meereshöhe in das Reservat war die Fahrt wert. Die hier existierende Pinguin Farm versorgt und pflegt sowohl verletzte Pinguine, wildert diese anschließend wieder aus und betreibt den angrenzenden privaten Küstenabschnitt. An diesem sowie wenigen weitern Punkten kommt er noch vor, der nur in Neuseeland lebende und vom aussterben bedrohte Gelbaugen-Pinguin.

Der unebene, einem vergangenen D-Day ähnelnde Strandabschnitt, ist nicht nur dicht bewachsen sondern mit unzähligen Nistplätzen ausgestattet. Ebenfalls mit verdeckten Gräben durchzogen, von welchen aus man unter fachmännischer Führung und zurückhaltender Vorgehensweise am Abend und Morgen den seltenen Vogel und seinen Verwandten, den blauen Zwergpinguin beobachten kann. 

 

Wirklich lohnenswert!!!

Schade, nun beginnen letzten 2 Reisetage. Der uns 48 Stunden zuvor noch ärgernde Regen brachte allerdings ein Gutes mit sich. Schnee auf den Bergspitzen der sonst im Sommer braunen Berge ließ diese die kommenden Tage unter eine Puderzuckerschicht kontrastreich erstrahlen. So fuhren wir nochmals mehrere Hundert Kilometer durch unberührte Landstriche  zwischen weißen Bergspitzen, blauen Seen und endloser Weite. 

Ich hätte in jedem kleineren Ort, an jedem 2. Café Pause machen können. Ein kleiner Snack und etwas zu trinken gehören für mich irgendwie zum Motorradfahren dazu. Jedoch war es schwer sich für den richtigen Platz zu entscheiden. Richtig entschieden haben wir uns jedoch eigentlich immer, denn freundlich sind sie alle hier. Die Kaffees schmeckten überall, die liebevoll zubereiteten Speisen  waren stets ihr Geld wert. So auch ein letzter Halt zum verspäteten Frühstück bei Sonnenschein in Tekapo. Sowohl hier am Lake Tekapo als auch am wenige Kilometer zuvor passierten Lake Pukaki bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Berge um den Mount Cook. Wir mussten ja auch mal ein wenig Glück mit der Berg-Wetter Kombination haben, oder?

 

Kein bisschen weniger impressiv sollte die doch erstaunlich kleine Chruch of the good Shepperd auf uns wirken. Bereits in vielen Foto-Fachzeitschriften abgebildet und als angeblich meist fotografierteste Kirche der Welt deklariert (nun, ich glaube da gewinnen der Petersdom oder der Kölner Dom doch das Rennen), hat dieses 1931 erbaute Gotteshaus auch für weniger Gläubige eine anziehende Wirkung. Speziell für Fotografen. Die Abendsonne kam uns diesmal zeitlich zwar nicht gelegen, jedoch präsentiert sich statt eines gemalten oder gemauerten Altarbildes ein spektakuläres Szenario. Bei gutem Wetter wie heute, bietet die Glasfront hinter dem Altar uneingeschränkte Sicht auf die Gebirgszüge des Mt Cook.  Vorausgesetzt die Scharen asiatischer Touristen geben den Blick frei :-)

Mit diesen letzten großartigen Eindrücken endet unsere Reise nach nach weiteren 150km am Abend in Leithfield. Hier warteten bereits unsere Koffer auf uns und Allen und seine Frau Andrea bereits auf ihre beiden BMW. Nach gewissenhafter Übergaben der Motorräder sowie umpacken unseres Gepäcks wurden wir von dem netten Ehepaar in unser Hotel nach Christchurch gefahren. Die letzte Nacht in Neuseeland stand uns nun bevor. Schon traurig und mit dem Wunsch noch länger bleiben zu dürfen und zu können ließen wir bei einem guten Essen die Impressionen nochmals Revue passieren. Ein paar Stunden Downtown Christchurch standen uns vor Abholung durch den Shuttle zum Flughafen am letzten Tag noch zur Verfügung. Noch einmal in einem der unzähligen schnuckeligen Cafés frühstücken, ein wenig Sightseeing und überrascht, wie hoch die Schäden durch das tragische Erdbeben aus dem Jahre 2011 immer noch waren. Ein paar Jahre noch, dann werden auch diese Baustellen aus dem Stadtbild verschwunden sein.

 

 

Wie ist nun unser Fazit zu einem Urlaub mit dem Motorrad in Neuseeland?

 

- Unbedingt

- Teuer aber lohnenswert

- Günstiger ist man natürlich als Selbstversorger und mit dem Wohnmobil unterwegs. Jedoch, und deshalb fahren wir alle ja schließlich Motorrad, saugt man die Eindrücke auf dem Krad doch gleich viel intensiver auf.

- 3 Wochen ist recht sportlich, wenn man beide Inseln bereisen möchte und Stehtage zwecks Sightseeing und Ruhepausen einplanen mag.  

4 Wochen sollten es doch schon sein, oder im Vorfeld Abstriche machen.

- Wir wissen nun, was wir beim nächsten Mal sehen, bzw. nochmal sehen wollen, wie lang die Distanzen sind etc.

  • Ob dann mit Wohnmobil oder Motorrad? Wahrscheinlich wird es trotz Kosten wieder auf das Motorrad hinauslaufen
  • Der Flug ist schon sehr lange. Wenn man genügend Zeit hat, beim Zwischenstop 1-2 Tage vor Ort bleiben. Z.B. Dubai oder Vancouver.
  • noch weniger Gepäck/Kleidung einpacken. 3-4 Shirts, 1 lange Hose, eine Hand voll Socken und Unterwäsche sollte reichen. Genug Waschmöglichkeiten 

 

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