Saisonbeginn und Saisonende

Saisonbeginn

Das Frühjahr naht langsam wieder und bei den jetzigen Wetterlagen kann man es ja kaum noch erwarten das das Motorradwetter beginnt und das Bike wieder auf die Strasse kommt. Egal ob einfach nur Winterpause war oder die große Reise ansteht sollten wir hier einige Punkte im Hinterkopf behalten bevor sofort der Gashahn aufgedreht wird.

Wer nicht das ganze Jahr tapfer durch fährt hat nach 4-6 Monaten Pause doch wieder einiges aufzuholen. Nicht nur das unser Bike für die Saison geprüft und fahrbereit gemacht werden muss, nein, auch der Fahrer sollte sich wieder ein wenig fit machen. Und das betrifft den jungen Fahranfänger genau so wie den alten Hasen. Im Sommer antrainierte und eingefleischte Abläufe und Verfahren auf dem Motorrad haben in der Winterpause Geist und Körper teilweise verlassen oder sich in irgendeiner Hautfalte verkrochen und sollten wieder aufgefrischt werden. Vor allem die guten Verhaltensweisen :-) Es passieren mehr erfahrenen, langjährigen Führerscheininhabern Unfälle, besonders ohne Fremdbeteiligung, als Ihr glaubt.

 

- bereitet Euer Bike rechtzeitig und richtig vor (Aus-und Einmotten im Video, folgt)

- fangt die Saison langsam an und überschätzt Euch nicht gleich

- seid Ihr körperlich und geistig fit und vorbereitet 

- Überlegt Euch, wie lange Euer letztes Fahrsicherheitstraining her ist und denkt evtl. über eine Wiederholung nach. Vielleicht sogar mal eines für Fortgeschrittene oder mal ein ganz anderes wie z.B. ein Enduro-Training. Hier werden andere Fahrtechniken aber auch ein komplett anderes Gefühl fürs Bike vermittelt. (siehe Linksammlung)

- was wäre wenn Ihr an einem Unfall vorbei kommt und Ersthelfer seid? Vielleicht doch noch mal ein Erste-Hilfe-Training an einem Abend im Clubheim mit den Kumpels absolvieren? Wem die Idee gefällt der sollte einfach mal bei der  nächstgelegenen Hilfsorganisation (DRK, JUH, MHD, ASB) in der Abteilung Ausbildung nachfragen

- und wie lange habt Ihr Eure Sicherheitskleidung schon bzw. ist diese noch intakt?

 

Wenn alles passt, rauf auf´s Eisenschwein und viel Spaß. Allzeit Gute Fahrt. 

Saisonende

 Es ist alles bestens gelaufen. Unfallfrei gefahren, die schönsten Kurven mitgenommen und die tollsten Eindrücke gesammelt. Doch jetzt soll das geliebte Teil wieder für Monate in der Garage verschwinden? Na gut. Dann denkt an ein paar Punkte damit ihr Euer Bike genau so frisch wieder im Frühjahr rausrollen könnt wie ihr es gerne hättet:

 

  • auf jeden Fall sollte alles gründlich geputzt werden, auch die fiesen kleinen Ecken. Nehmt Euch ruhig Zeit, ggf. kleinere Finger zur Hilfe :-)
  • Den lack könnt Ihr mit Konservierung oder gute Politur schützen. 
  • Lackschäden, speziell auf metallenen Oberflächen am Besten direkt beheben
  • Den Motorblock inkl Krümmer (nur die Metallteile) kann man nach dem Reinigen mit WD-40 großzügig einsprühen. Konserviert, gibt wieder Glanz, Dreck haftet nicht so gut. Danach den Motor warm laufen lassen. Es riecht dann zwar wie auf der Kirmes am Mandelstand und qualmt ein bisschen zu Beginn, hört aber nach 2 Minuten auf
  • starkt verschmutzte Krümmer lassen sich sehr gut mit  Optiglanz Intensivreininger säubern (Sicherheitshinweise beachten)
  • bei einem Metalltank ganz voll tanken um so wenig wie möglich Luft im Tank zu haben und Rost zu vermeiden. Sollte da Bike warum auch immer im seeeehr warmen stehen bedenkt das sich der Sprit ausdehnen kann und den Überlauf nutzt. sollte im Winterhalbjahr aber eher nicht der Fall sein.
  • Kunststofftanks sogar relativ leer einwintern damit der Sprit nicht altert
  • Das Öl und Filter könnte man jetzt - vielleicht sogar noch betriebswarm - wechseln um dies im Frühjahr nicht zu vergessen und direkt starten zu können
  • Wer Vergaser fährt sollte die Schwimmerkammern leeren
  • Die Batterie sollte, wenn Ihr keine Stromquelle in der Nähe Eures Bikes für ein Frischhalte-/Ladegerät habt ausgebaut werden und dann im Keller oder Garage (kühl und trocken) gelagert werden. Nach dem Ausbau laden, mittendrin mal und vor dem Einbau.
  • Wassergekühlte Motorraäder sollten genügend Frostschutz haben wenn sie im Freien überwintern
  • Antriebskette nicht vergessen. Gut reinigen und schmieren
  • Reifen auf Beschädigungen prüfen, auf zugel. Maximaldruck aufpumpen und wenn möglich so aufbocken, dass kein Reifen Bodenkontakt hat. Wenn doch, alle paar Wochen mal die Reifen ein Stück weiterdrehen
  • und wer es ganz korrekt machen will kann noch nen Tropfen Öl in die Brennkammer durch die Zündkerzenbohrung träufeln damit die Kolbenringe nicht festbacken. Hab ich aber noch nie gemacht und ist mir auch noch nie passiert. Wohl eher ein Tip für ältere Bikes

 


Wunderlich Reparaturanleitung R1200GS

Habe beim googeln diesen Link zu einer 72-seitigen Kurzanleitung für Wartungsarbeiten an einer R1200GS gefunden.

klicke hier

Fahrzeugpflege

Eine GS "gehört schmutzig". So meinen es zumidest viele. Andere sind der Meinung das das Bike bei dem Anschaffungspreis und den Komponenten im Gelände nichts verloren hat. Aber bei uns im Rheinland sagt man "jeder Jeck is anders", und so ist es auch. Wer nun aber zu den Schmutzfinken wie ich gehört, sollte auch in der Lage sein, seinem Bike die nötige Liebe und Zuwendung zu geben die es für die schwere Schufterei verdient hat. Und das nicht nur mit den entsprechenden technischen Servicemaßnahmen wie Öle und Flüssigkeiten, Schrauben festziehen, Zündkerzen etc...sondern mit einer ordentlichen Wäsche. Ja ich weiß, die Kühlrippen vom Boxer sind eine Qual, besonders die unter dem Tank. Aber man kann sich ja behelfen. Was benötigen wir nun alles für die richtige Pflege und Wäsche?

- viel Wasser, im sauberen Putzeimer und einen Schlauch

- weichen Schwamm, Microfasertücher. Hier allerdings Vorsicht bei Windschildern, diese könnten mit den Mikrofasern leiden. Und bitte keine Spülschwämme 

- Motorradreininger, ich probiere jetzt mal den neuen S100 Plus, dieser soll fleckenfrei abtrocknen...ok, hab getestet. Super Produkt, nahezu keine Flecken. Bei Chrom könnte ich mir vorstellen das man noch was nachbehandeln muss, aber auf den normalen Fahrzeugteilen toll....

- diverse Bürsten für die fiesen kleinen Ecken, Kanten und den Motor. Allerdings fand ich die Sets aus dem Motorradzubehör zu kurzlebig, die Borsten zu franselig und den Stiel/Draht zu weich. Hab mir im handwerklichen Bürstenladen (gibt´s auch auf Märkten ab und zu) was qualitatives geholt. 4er Satz lange, stabile Stiele mit kleinen guten Schweineborsten für insgesamt 8,60€

- bei verkratzen Windschildern eine Klar- Plastikpolitur wie z.B. Mirror Glaze 

- Motorradpolitur und die Watte/Politurtücher dazu

- Für Metallteile  speziell die angekrusteten: Never Dull

- für angelaufene Krümmer oder die leidende Stelle vorm Endschalldämpfer im Spritzfeld des Hinterrades: OptiGlanz. Das Zeug ist der Hammer. Aufs kalte Teil aufsprühen, einwirken lassen und mit kaltem scharfen Wasserstrahl gründlichst abspülen. Aber Vorsicht, mit Handschuhen arbeiten...

- Gummipflege für die Reifenflanken und wenn sonst noch wo Gummi zu pflegen ist. auch hier aufgepasst, nichts auf die Lauffläche des Reifens oder die Bremsscheiben kommen lassen -  ruuuuuutschig!!!!!

- Steckverbindungen der Elektrik, speziell die selbst nachgerüsteten kontrollieren und ggf mit Kontaktspray pflegen

- Einmal-Handschuhe, z.B. Latex oder Gummi wie im Erste Hilfe Kasten

- ggf Papiertücher oder Fensterleder um Spiegel und Instrumente abzutrocknen....

- Kettenreiniger und Kettenschmiere (bei Kardan darf man drauf verzichten :-)))

- mein Tipp: WD-40 um es nachdem alles trocken sauber und kalt ist auf die Metallteile des Motors zu sprühen. Dies versiegelt ein wenig, gibt Glanz (auf Chrom gibt es Schmier, aufpassen) und der nächste Dreck geht einfacher runter. Danach 5 Minuten warmlaufen lassen. Riecht dann zwar nach gebrannten Mandeln und raucht ein bisschen, hört aber nach  2 Minuten auf.

 

Ja und dann geht´s los:

Handschuhe an, am besten 2 Paar Einmalhandschuhe übereinander.

Bei grobem Dreck diesen erstmal runterspülen. Mit dem Hochdruckreiniger aufpassen auf welche Stellen man zielt. Kettenglieder, Radachsen, Ansaugstutzen, Batteriekasten und Elektronik sollte man aussparen. Dann sonst lieber den Gartenschlauch nutzen.

Anschließend mit Reiniger einsprühen, einwirken lassen, runterwaschen mit Liebe, Schwamm und Gründlichkeit.

Mit den Bürsten auch gerne mal die Geschicklichkeit der Finger und Augen trainieren und die Ecken putzen die man so nicht sieht wenn man neben dem Mopped steht. Einfach mal das Bike quasi von unten anschauen, es gibt so viel Verstecke wo bei Geländefahren der Dreck hinspritzt und bleibt.

Mit den Bürsten in den feinen Zwischenräumen um den Motor allerdings bitte ohne Gewalt vorgehen, hier liegen oftmals irgendwelche Stecker von Sensoren etc.

Ggf. nochmal das Ganze. Dann hoffen das der neue Reiniger wirklich keine Flecken hinterlässt, sonst das Wasser abledern.

Weiter geht´s mit Neverdull z.B. die Krümmer, Metallteile wie Schwinge, Sturzbügel säubern, antrocknen lassen und runterpolieren.

Das Windschild, wenn verkratzt, mit Clear Plastik Polish behandeln. Bike mit Lackpolitur polieren. Bei unlackierten und rauen Plastikteilen auch Vorsicht, dies gibt gern schwer zu entfernende weiße Ränder.

Öl nachfüllen wenn nötig.

Prüfen der Elektrik, gehen alle Lampen noch etc...

 

und nach dem Geländeeinsatz:

- Speichen auf festen Sitz prüfen

- Luftfilter rausholen und sauber blasen oder erneuern

- alle Teile auf entsprechenden Halt undSitz überprüfen Spiegel, Lenkerholm, Hebel und Armaturen, Motorschutz,....

- Vor der nächsten Fahrt unbedingt nach dem Geländeeinsatz den Reifendruck wieder anpassen....

 

Und dann gaaaanz viel Spaß beim wieder dreckig machen 


update: 01.10.17

 

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